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Freitag, Juni 28, 2013

Staatsgeheimnis Bankenrettung - ARTE TV



Interessant! Sehenswert! Die Nicht-Offenlegung Gläubigerliste ist erschreckend!

Donnerstag, April 26, 2012

People Person - Mitchell and Webb

Haven't we all met a real people person before? :-)

Montag, November 14, 2011

Wenn 147 Konzerne die ganze Wirtschaft kontrollieren

Tages Anzeiger
Wenn 147 Konzerne die ganze Wirtschaft kontrollieren
23.10.2011

Ein weiterer Artikel zum Thema: Interview mit Stefano Battiston (ETH Zürich)


Forscher der ETH haben die Weltwirtschaft systemtheoretisch unter die Lupe genommen. Ihr Fazit: Ein paar Konzerne besitzen die Macht über den globalen Kapitalismus. Dies birgt hohe Gefahren.

ETH-Forscher aus dem Bereich Systemdesign haben den globalen Kapitalismus mit den Methoden der modernen Systemtherorie unter die Lupe genommen. Ihr Schluss: Eine kleine Gruppe von 147 Firmen kontrolliert den Grossteil der übrigen Wirtschaft.

Die Forscher filterten aus der Datenbank Orbis – diese enthält die Einträge von rund 37 Millionen Firmen – etwas mehr als 43'000 multinationale Konzerne heraus, welche durch wechselseitige Aktienbesitze vernetzt sind. Gemäss «SonntagsZeitung» stiessen die Systemtheoretiker bei der weiteren Analyse von Besitz- und Machtverhältnissen auf einen Kern von 1318 Firmen, die dank Aktien grosse Teile der Realwirtschaft kontrollieren.

Finanzinstitute im Zentrum
Damit waren die Forscher noch nicht im effektiven Zentrum der Machtkonzentration angelangt. Denn innerhalb des Netzwerkes stiessen sie erneut auf eine Einheit von 147 Konzernen, die noch stärker vernetzt sind. Diese Konzerne haben nicht nur eine fast vollständige Kontrolle über sich selber, sie beherrschen auch rund 40 Prozent der übrigen Wirtschaft. «Wir hatten nicht erwartet, dass die Macht im Zentrum derart konzentriert sein würde», meint einer der Studienautoren, James Glattfelder, gegenüber der «SonntagsZeitung».

Ebenfalls spannend: Rund drei Viertel der Mitglieder der Super-Einheit gehören der Finanzindustrie an. Im Zentrum steht der britische Finanzmulti Barclays. Die Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse folgen auf den Plätzen 9 und 14. «Wir haben die Daten mit verschiedenen Modellen durchgerechnet und kamen immer zu sehr ähnlichen Ergebnissen», sagt Glattfelder. «Das Zentrum blieb weitgehend stabil.»

Wettbewerb wird behindert
Die starke Machtballung steht nicht nur im Widerspruch zu einem demokratischen Staatsverständnis, sie gefährdet durch ihre dichte Vernetzung auch die Stabilität des Systems. Glattfelder: «Das Gesamtsystem wird so instabiler, weil sich Probleme leicht ausbreiten können.» Ein Beispiel dafür sind die Auswirkungen, welche der Kollaps der Investmentbank Lehman Brothers (sie rangiert auf Platz 34) auf die Finanzwirtschaft hatte. Diese Konzentration von Macht behindert aber auch den Wettbewerb. Die Mitglieder des Kerns seien durch gemeinsame Interessen verbunden, das mache Reformen schwierig, sagt Glattfelder: «Wenn sich eine solche Struktur einmal gebildet hat, lässt sie sich kaum mehr aufbrechen.»

Freitag, September 30, 2011

As Scorn for Vote Grows, Protests Surge Around Globe

The New York Times
September 27, 2011
As Scorn for Vote Grows, Protests Surge Around GlobeMADRID — Hundreds of thousands of disillusioned Indians cheer a rural activist on a hunger strike. Israel reels before the largest street demonstrations in its history. Enraged young people in Spain and Greece take over public squares across their countries.
Their complaints range from corruption to lack of affordable housing and joblessness, common grievances the world over. But from South Asia to the heartland of Europe and now even to Wall Street, these protesters share something else: wariness, even contempt, toward traditional politicians and the democratic political process they preside over.
They are taking to the streets, in part, because they have little faith in the ballot box.
“Our parents are grateful because they’re voting,” said Marta Solanas, 27, referring to older Spaniards’ decades spent under the Franco dictatorship. “We’re the first generation to say that voting is worthless.”
Economics have been one

Dienstag, September 06, 2011

«Vermögen werden sich in Luft auflösen»

«Vermögen werden sich in Luft auflösen»

Laut Ex-UBS-Chefökonom Klaus Wellershoff werden die Auswirkungen der Wirtschaftskrise unterschätzt. Viele Sparer würden in Zukunft Geld verlieren. Besonders ältere Menschen treffe es hart.
«Die Inflation würde genau jene treffen, die heute schon unter der Krise leiden: Pensionäre, Mieter und Lohnabhängige», sagt Klaus Wellershoff.
«Die Inflation würde genau jene treffen, die heute schon unter der Krise leiden: Pensionäre, Mieter und Lohnabhängige», sagt Klaus Wellershoff.
Bild: Christian Grund (13 Photo)

Klaus Wellershoff

Der 47-Jährige ist Honorarprofessor für angewandte Volkswirtschaftslehre an der Universität St. Gallen und Partner einer auf Makroökonomie und Finanzmärkte spezialisierten Beratungsfirma in Zürich. Davor war er zwölf Jahre Chefökonom der UBS. Das Gespräch fand im Rahmen des 15. Zermatter Symposiums von Avenir Suisse statt. (rs)
[Alt-Text]
Sie sind Ökonom, Ihr Bruder Psychoanalytiker. Legen wir für einmal die Wirtschaft auf die Couch. Was ist die Diagnose?
Es wird wahnsinnig viel verdrängt. Man glaubt, alles gehe so weiter wie bisher. Dabei stehen mit der EU, den USA und Japan die Nummern 1, 2 und 4 der Weltwirtschaft vor Problemen, die zu einem massiven Umbau ihrer Gesellschaft führen werden. Es geht längst nicht mehr darum, ob diese Länder ein halbes Prozent mehr oder weniger Wachstum haben.
Geben Sie uns einen Einblick in das Unbewusste.
Niemand weiss, wie die Sozialversicherungen und Krankensysteme in Zukunft finanziert werden können. Die USA und einige EU-Staaten sind faktisch zahlungsunfähig. Viele Vermögen werden sich in Luft auflösen. Reicht das fürs Erste?
Was sind die Folgen?
Wenn Staatsschulden nicht mehr bedient werden können, wird auf Gläubigerseite Vermögen vernichtet. Zudem stehen die grossen Banken vor Herausforderungen, die nochmals zu einem grossen Umbau führen werden. Die UBSetwa hat heute rund 24'000 Beschäftigte in der Schweiz. Durchaus möglich, dass sich diese Zahl drastisch weiter reduzieren wird. Ich bin überzeugt: Diese Krise wird zu einem grundsätzlichen Umdenken führen.
Inwiefern?
Man wird neu definieren, was wir für den Staat tun und was der Staat für uns tut: innere und äussere Sicherheit, Strassen, soziale Sicherung, Schulen. Es stellt sich die Frage, was der hoch verschuldete Staat künftig noch wird leisten können.
Der Staat soll bei höheren Kosten weniger tun – das wird wenig Begeisterung auslösen.
So kann man es sagen. Gleichzeitig wissen wir, dass viele, die sich heute für vermögend halten, das in wenigen Jahren nicht mehr sein werden. Das betrifft alle, die für ihre Pension gespart haben. Viele, die jetzt vorschlagen, dass Griechenland ein Teil der Schulden gestrichen werden, bedenken nicht, dass damit per Definition auch Vermögen gestrichen wird. Jeder Schuld steht schliesslich eine Forderung gegenüber. Den Staatsschulden stehen Vermögensansprüche der Pensionskassen und Lebensversicherungen gegenüber, zu einem weniger grossen Teil der Banken. Wenn die gestrichen werden, wird es viele Ältere hart treffen, weil die nichts mehr dazuverdienen können.
Erklärt das die Tendenz der älteren Generation, Bewegungen wie die Tea Party oder die SVP zu unterstützen? Und die hohe Zeit des sogenannten Wutbürgers?
Wieweit ein Zusammenhang besteht, wäre ein spannendes Forschungsprojekt.
Bleiben wir bei Ihren Themen. Sie stellen als Ökonom ein paar vermeintliche Gewissheiten infrage: etwa jene, dass die Stärke oder Schwäche einer Währung von der Staatsverschuldung abhängt.
Allein schon ein Blick auf Japan widerlegt das: Dieser Staat ist immens verschuldet und hat trotzdem eine starke Währung. Es gibt so gesehen auch keine Eurokrise. Viele Eurostaaten sind zwar hoch verschuldet, aber der Euro hat seit seiner Einführung 1999 gegenüber den Währungen der Handelspartner nicht an Wert verloren. Das meinen wir nur in der Schweiz. Was wir erleben, ist.........

Donnerstag, August 25, 2011

guardian.co.uk - The downside of sex with Neanderthals


The downside of sex with Neanderthals

Some modern humans carry immune genes that originated in Neanderthals and a related species. But these genes may have come at a price

Model of a Neanderthal man 
Interbreeding with Neanderthals (above) and Denisovans may have brought short-term health benefits but long-term problems. Photograph: Chris Howes/Alamy

One question seemed to hang in the air more than any other when scientists first turned the powerful techniques of modern genetics on the fragile and damaged remains of ancient humans: did we or didn't we? Have sex with them, that is.

The answer came after years of painstaking work, when material extracted from the leg of a Neanderthal and the fingerbone of a Denisovan, an apparent sister species, yielded readable DNA. It turned out that most of us have some of their genes. The Neanderthals contributed up to 4% of modern Eurasian genomes, while the Denisovans contributed roughly 4-6% of modern Melanesian genomes. That doesn't happen by holding hands.

And so the scene was set. Hundreds of thousands of years ago, early humans in Africa split into several groups, among them Homo sapiens, Neanderthals and their apparent....

Samstag, August 06, 2011

Der rechte Abschied von der Politik

Der rechte Abschied von der Politik

Mit bisher unbekannter Radikalität bewirtschaftet in den USA eine neue Rechte die Krise, die sie selbst zu verantworten hat. Das stösst auch altgediente Konservative ab, für die Reagan ein Idol war. Ein Kommentar.


Charles Moore ist Konservativer bis in die Knochen. Er war 20 Jahre lang Chefredakteur strenger und konservativer Zeitungen, zuletzt des «Telegraph». Er konvertierte zum Katholizismus, ist ein beliebter Gast des Papstes und der offizielle Biograf von Margaret Thatcher. Vorletzte Woche schrieb Moore eine Kolumne, die sein ganzes Leben in Frage stellt. Ihr Titel lautet: «Ich fange an zu denken, dass die Linke vielleicht doch Recht hat».
Moore schreibt: «Ich habe mehr als 30 Jahre gebraucht, um mir diese Frage zu stellen. Aber heute muss ich es tun: Hat die Linke doch Recht?» Und fährt fort: «Die Reichen werden reicher, aber die Löhne sinken. Die Freiheit, die dadurch entsteht, ist allein ihre Freiheit. Fast alle arbeiten heute härter, leben unsicherer, damit wenige im Reichtum schwimmen. Die Demokratie, die den Leuten dienen sollte, füllt die Taschen von Bankern, Zeitungsbaronen und anderen Milliardären.»
Dann blendet Moore zurück zu seinen Anfängen als Journalist. Damals, in den 80er-Jahren, entfesselte Thatcher die Finanzmärkte und zerschlug die Gewerkschaften. Moore unterstützte beides. Nun schreibt er: «Die Kreditkrise hat gezeigt, wie diese Freiheit gekidnappt wird. Die Banken sind ein Spielfeld für Abenteurer, die reich werden, auch wenn sie Milliarden verfeuern. Die Rolle aller anderen ist, ihre Rechnung zu zahlen.»
Und zum damaligen Verbündeten von Thatcher, dem Verleger Rupert Murdoch, schreibt er: «Murdoch argumentierte immer mit dem Recht der Leser. Aber seine Zeitungen informieren erbärmlich. Sie verschafften ihm persönlich Macht, nicht seinen Lesern.»
Moore beschreibt die «schrille» Kompromisslosigkeit der Republikaner in den USA. Und bemerkt: «Die westliche Demokratie fängt an, wie ein aussterbender Luxus auszusehen. Klar können wir Fähnchen mit dem Aufdruck ‹Freiheit› schwingen. Aber auf ihnen steht, kleingedruckt, ‹Made in China›.»
Und er endet: «Das alles ist eine schreckliche Enttäuschung für uns, die wir an freie Märkte glaubten, weil sie freie Menschen hervorbringen würden...» 

Reinheit statt Politik
Gleichzeitig verzweifelte auf der anderen Seite des Atlantiks ein anderer konservativer Kolumnist. David Brooks, überzeugter Republikaner, schrieb in der «New York Times», über seine eigene Partei: «Die Mitglieder dieser Bewegung akzeptieren die Logik des Kompromisses nicht, egal wie gut die Offerten sind. Sie akzeptieren nicht die Legitimität von Wissenschaftlern. Tausend Experten können ihnen sagen, dass ein Staatsbankrott furchtbare Effekte nach sich zieht, die schlimmer als eine kleine Steuererhöhung sind. Aber sie hören sie nicht.»
Was Brooks entsetzte, war, dass die Republikaner einen gigantischen Sieg aus der Hand gaben. Sie lehnten einen fast selbstmörderischen Vorschlag Präsident Obamas ab, das Defizit durch brutale Einsparungen zu reduzieren. Und zwar, weil dabei auch Steuerlöcher gestopft werden sollten. Es war ein Vorschlag, der ihnen alles schenkte: einen Sieg ihrer Sparpolitik plus eine Spaltung der gegnerischen Partei. Stattdessen riskierten sie den Bankrott des eigenen Landes.
Warum? Weil, so Brooks, Politik nicht mehr ihr Ziel ist. «Ihr Geschäft sind Radio-Shows, nicht Gesetze», schrieb er. Und um das Publikum nicht zu irritieren, bewegten...

Sonntag, Februar 13, 2011

Yes Prime Minister!

Yes Prime Minister - Diplomacy!





Dienstag, Februar 01, 2011

Samstag, Januar 01, 2011

Marc Aurel - Selbstbetrachtungen - Vorsatz für's Neue Jahr (auch für Politiker ...)

Aus Marc Aurel's Selbstbetrachtungen:
Buch 7/12
"Man muss selbst aufrecht stehen, ohne aufrecht gehalten zu werden."

Buch 3/5
"Tue nichts mit Unwillen, nichts ohne Rücksicht aufs Gemeinwohl, nichts übereilt, nichts in Zerstreuung. Kleide deine Gedanken nicht in zierliche Worte, sei nicht weitschweifig in deinen Reden, noch tue vielgeschäftig. Vielmehr sei der Gott in dir der Führer eines gesetzten, erfahrenen staatsklugen Mannes, eines Römers, eines Kaisers, eines Soldaten auf seinem Posten, der das Signal erwartet, eines Menschen, bereit ohne Bedauern das Leben zu verlassen, und dessen Wort weder eines Eidschwurs noch der Zeugenschaft anderer bedarf. Dann findet man die Heiterkeit der Seele, wenn man sich gewöhnt der Hilfe von aussen her zu entbehren und zu unserer Ruhe anderer Leute nicht zu bedürfen. Man soll aufrecht stehen ohne aufrecht gehalten zu werden."

Montag, Dezember 06, 2010

TAZ - Linke Lebenslügen

04.12.2010
Aus der Deutschland-taz
Linke Lebenslügen

Die drei dogmatischen Mythen der deutschen Linken in Sachen Einwanderung und Integration. VON NORBERT BOLZ

Nicht alle Probleme, die unser Land bewegen, sind heillos komplex. Manchmal würden schon ein wenig historische Bildung und gesunder Menschenverstand genügen, um sie zu lösen. Das zeigt sich vor allem in der Integrationsdebatte. Dass es hier keine Fortschritte gibt, liegt nicht an den Dummen und Ewig-Gestrigen, die man an den Stammtischen vermutet, sondern an den Linken. Das ist erstaunlich, denn Linke sind in der Regel intelligent und gebildet. Was ihr Denken blockiert, lässt sich aber sehr genau bestimmen. Es sind drei dogmatische Mythen, die wir hier kurz skizzieren wollen.

Erstens: der Mythos der Ausländerfeindlichkeit. Kranke Hirne unter Glatzen, Springerstiefel und Kampfhunde gibt es überall in der Welt. Aber diese Verrückten, für die wir in Deutschland aus historischen Gründen natürlich besonders sensibel sind, sollten doch nicht den Blick dafür trüben, dass wir in einem der ausländerfreundlichsten Länder leben. Das wahre Problem, das der Mythos von der Ausländerfeindlichkeit verschleiert, hat der türkische Ministerpräsident Erdogan im Februar auf eine prägnante Formel gebracht: "Assimilation ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit."

So lange diese Anti-Assimilationspolitik gilt, gibt es das Integrationsproblem. Erdogan verkörpert ein Roll-back des heroischen Projekts von Kemal Atatürk, die Türkei....

Mittwoch, Dezember 01, 2010

Velowege in Dänemark - Ein Vorbild für die Schweiz!

Kopenhagen's Veloinfrastruktur

Mittwoch, November 24, 2010

"Die Gier treibt das System immer wieder an"

derStandard.at-Interview 14.10.2010
"Die Gier treibt das System immer wieder an"
von Daniela Rom

Warum Geld unser Leben beherrscht und wir alles berechnen müssen, erklärt der Ökonom Brodbeck
KARL-HEINZ BRODBECK ist Professor für Volkswirtschaftslehre, Volkswirtschaftspolitik, Betriebsstatistik und Kreativitätstechniken an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt und an der Hochschule für Wirtschaftspolitik in München.

Der Blick auf den Kontostand dominiert unser alltägliches Handeln. Durch das Streben nach immer mehr Geld glauben wir, ein wenig mehr Sicherheit zu erlangen und ein wenig weniger Angst um unser Geld haben zu müssen. Der Ökonom Karl-Heinz Brodbeck erklärt im Gespräch mit derStandard.at, warum Geld ein öffentliches Gut ist, nicht nur "böse Buben" die Herrschaft des Geldes aufrecht erhalten und man besser die "Häuslebauer" in den USA statt der Banken hätte retten sollen.

derStandard.at: Im Moment wird wieder einmal berechnet, wie viel uns die Wirtschafts- und Finanzkrise gekostet hat. Wir kriegen Zahlen mit etlichen Nullen vorgesetzt, bei denen wir nicht einmal mehr wissen, wie sie heißen. Was bringen uns diese Berechnungen eigentlich?

Karl-Heinz-Brodbeck: Die Vorstellung krankt schon daran, dass wir gar nicht wissen, wie viel Geld in welcher Form vorher da war. Geldmenge ist ein sehr schwammiger Begriff. Das ist eine Sache, die die Zentralbanken am eigenen Leib erfahren mussten. Alan Greenspan hat nach 19 Jahren als Fed-Vorstand zugegeben, dass es nicht möglich ist, die Geldmenge korrekt bzw. überhaupt zu erfassen. Damit sagt er, dass die wichtigste Aufgabe des Chefs der größten Notenbank der Welt, nämlich die Geldmengenkontrolle, gar nicht möglich war und ist. Die wirksame Geldmenge einer Volkswirtschaft hängt z.B. von der Umlaufgeschwindigkeit ab. Diese ist keineswegs so konstant, wie von monetaristischen Theorien gerne unterstellt wird. Wenn die Wirtschaft brummt und eine Milliarde schnell umläuft, dann kann da ein Vielfaches an wirksamer Geldmenge entstehen, als wenn die verschiedenen Wirtschaftssubjekte beim Geldausgeben eher zurückhaltend sind. Außerdem gibt es sehr viele geldnahe Titel, wie zum Beispiel Aktien oder Anleihen, bei denen die Übergänge zum Papiergeld gleitend sind. Auch die Finanzprodukte galten vor der Krise als geldnah. Sie waren äußerst leicht verkäuflich am Markt, waren wie Bargeld. Nach der Krise ist der Zweifel....

Montag, November 22, 2010

"Harakiri, wenn alle die Etats zusammenprügeln"

der Standard.at
ITV Uno-Ökonom Flassbeck
"Harakiri, wenn alle die Etats zusammenprügeln"
von Regina Bruckner

Warum nur steigende Löhne die Eurozone retten, die Fed gut daran tut, Geld zu drucken und Defizite nicht das Hauptproblem sind erklärt Uno-Ökonom Heiner Flassbeck

Heiner Flassbeck ist einer der umstrittensten und streitbarsten Ökonomen Deutschlands. Der studierte Volkswirt ging 1986 zum Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und stellte sich dort mit seinem keynesianischen Ansatz mehr und mehr gegen den Mainstream. Flassbeck etablierte sich als heftiger Kritiker deregulierter Märkte, denen er den Zusammenbruch voraussagte. Der heutige US-Finanzminister Timothy Geithner nannte ihn deshalb einst "Fürst der Dunkelheit". Der damalige Finanzminister Oskar Lafontaine holte den Ökonomen 1998 als Staatssekretär in sein Ministerium. Im Interview erklärt er warum nur steigende Löhne die Eurozone retten können, die Fed recht daran tut, die Geldpresse anzuwerfen und Haushaltsdefizite nicht Europas Hauptproblem sind.

derStandard.at: Herr Flassbeck, im März 2009 stellte man Ihnen folgende Frage: "Die USA werfen jetzt die Geldpresse an und kaufen Staatsanleihen auf. Ist das eine Verzweiflungstat?" Jetzt kann ich Ihnen dieselbe Frage wieder stellen.

Heiner Flassbeck: Es ist eine erneute Verzweiflungstat. Es ist in den USA offensichtlich notwendig, noch einmal diese Maßnahme anzuwenden, weil die Konjunktur nicht so angesprungen ist, wie man sich das gewünscht hat. Was wir erleben, ist die Auswirkung hoher Arbeitsmarktflexibilität in den USA, die ja immer gelobt wird, vor allem von konservativen Seiten in Europa, die sich aber jetzt in der Krise als äußerst problematisch erweist. Die Krise dauert jetzt schon lange an und wurde selbst mit massiven staatlichen Maßnahmen nicht überwunden. Dadurch tritt ein Problem ein, das man mit Lohndeflation bezeichnen könnte.

derStandard.at: Sie meinen die stagnierenden Löhne?

Flassbeck: Ja, Japan hatte am Ende seiner großen Blase Ende der 1980er-Jahre ein ähnliches Problem. Dauert die Arbeitslosigkeit lange, sinken die Löhne immer weiter. Eine Volkswirtschaft wie die USA, die wenig exportiert und viel eigene Nachfrage braucht, gerät dann in die Lage, dass die Leute ihre Erwartungen systematisch nach unten schrauben, weil sie nicht mehr glauben, dass ihre Einkommen in absehbarer Zukunft steigen. Das ist die gefährlichste Lage, in die man kommen kann, denn diese Erwartungsstagnation kann man nur noch mit gewaltigen Nachfrageprogrammen des Staates überwinden. Das wird aber auch mit dem jetzt gewählten Kongress in den USA überhaupt....

Sonntag, September 26, 2010

Musical Sunday with the Leningrad Cowboys and the Russian Red Army Choir (Choir Aleksandrov)

Those were the days / Dark Eyes


Knockin' on Heaven's Door / Oh, Field


Glory Hallelujah


Kalinka / Gimme All Your Lovin'

Samstag, September 25, 2010

Der sinnlose Wettbewerb

Tages Anzeiger Magazin 04.09.2010

Der sinnlose Wettbewerb

Im Gesundheitsbereich, in Bildung und Wissenschaft werdenjede Menge künstliche Wettbewerbeinszeniert. HöchsteZeit zur Umkehr. Ein Plädoyer von Mathias Binswanger

Völker und Kulturen haben zu allen Zeiten immer wieder an und für sich wertlose Dinge und sinnlose Normen als erstrebenswert oder sogar sakrosankt erklärt. Und die Menschen waren dann jeweils dazu verdammt, sich einen Wettkampf beziehungsweise Wettbewerb um deren Erfüllung oder Besitz zu liefern. Angenehm war das selten. Schlimmstenfalls war es eine Tortur für die Opfer, bestenfalls führte er einfach zu einer Verschwendung von Zeit und Ressourcen. Diese fehlten dann aber bald einmal für wichtige Dinge, eine Degeneration von Volk und Kultur ist die logische Folge.
Die Chinesen lieferten dafür schöne Anschauungsbeispiele, die uns, da sie aus einer andern Zeit und einem andern Kulturkreis stammen, besonders pervers oder absurd erscheinen.

Über etwa 1000 Jahre, bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts, war das Leben einer Frau darauf ausgerichtet, möglichst kleine Füsse zu haben. Solche sogenannten Lotusfüsse entsprachen dem weiblichen Schönheitsideal, das es unter allen Umständen anzustreben galt. Das Leben einer jungen Chinesin wurde dadurch zu einer erbarmungslosen Tortur, die schon im zarten Mädchenalter begann. Um die Füsse der jungen Frauen auf die gewünschte Grösse zu bringen, wurden, beginnend vom Alter zwischen zwei und fünf Jahren, die Zehen gnadenlos unter die Ballen gebunden, bis irgendwann die Knochen brachen und der Fuss in sich zusammenklappte. Die Folge davon waren massenhaft verkrüppelte Füsse. Zahllose Mädchen litten ein Leben lang daran, zehn Prozent starben an den Begleiterscheinungen.

Donnerstag, August 26, 2010

USA - Die Wiedergeburt der Lüge

Tages Anzeiger Online 25.08.2010
Die Wiedergeburt der Lüge
Von Martin Kilian.

In den USA greift eine antiislamische Stimmung um sich. Angeheizt und gewissenlos ausgeschlachtet wird sie von den Republikanern.
Feindliche Kundgebung gegen die Moschee: New York am vergangenen Wochenende.

Auseinandersetzungen mit dem Islam hatten stets die anderen und nicht die Vereinigten Staaten: Zufrieden und im Gestus der Selbstbeweihräucherung konstatierten amerikanische Kommentatoren, weder radikalisierten sich heimische Muslime im Stil ihrer britischen Glaubensgenossen, noch gebe es Ausdrücke von Islamverdrossenheit wie beispielsweise das Minarettverbot in der Schweiz.

Nun aber, da das FBI in New York und anderen amerikanischen Städten mit grossen muslimischen Gemeinschaften eine Radikalisierung junger Muslime beklagt und bereits mehrere Terroranschläge von Einheimischen verübt wurden, werden zusehends islamfeindliche Tendenzen in der amerikanischen Gesellschaft offenbar. Die Kontroverse um den Bau eines islamischen Kulturzentrums inklusive eines Gebetsraums nahe dem Tatort des Massenmords von 9/11 in New York trägt bisweilen die Züge eines Kriegs der Zivilisationen. Angesichts der kommenden Kongresswahlen wird er von Republikanern samt Tea Party gewissenlos angeheizt.

Angst vor dem Fremden

Mehr als zwei Drittel der Amerikaner lehnen laut Umfragen den Bau des Kulturzentrums ab, weshalb die Republikanische Partei sich ausgerechnet habe, «dass es sich politisch lohnt, auf den Islam und die Muslime einzudreschen», glaubt Ibrahim Hooper vom....

Sonntag, August 22, 2010

Banken - Unter Heimatschutz

Tages Anzeiger Magazin
Unter Heimatschutz

Die Schweizer Grossbanken werden über die Staatsgarantie versteckt subventioniert. Höchste Zeit, den freien Markt wieder spielen zu lassen — im Interesse des ganzen Landes.
21.08.2010 von Mark Dittli

Alles ist wieder gut. Die westlichen Banken haben ihr Rendezvous mit dem Tod überlebt, der Schock des Untergangs der Investmentbank Lehman Brothers vom September 2008 ist verdaut. Normalität ist ins Geschäft zurückgekehrt. Die namhaften global tätigen Finanzinstitute schreiben erneut Milliardengewinne, auch die UBS meldet wieder selbstbewusst schwarze Zahlen. Alle wichtigen europäischen Banken haben den im Juli durchgeführten Stresstest, in dem ihre Solidität geprüft wurde, mit Leichtigkeit bestanden. Business as usual herrscht wieder in der Branche. Oder vielmehr: better than usual. Die Krise hat einige lästige Konkurrenten vom Markt gefegt, und die Tiefzinspolitik der Notenbanken verschafft den Finanzhäusern Geld zum Nulltarif. Alles ist besser denn je. Oder doch nicht?
«Die Bankenwelt ist heute in einem schlimmeren Zustand als vor 2008. Die Risiken sind nach wie vor riesig», warnt der in Harvard lehrende Wirtschaftshistoriker Niall Ferguson. «Die Gefahren sind nicht einmal ansatzweise gebannt. Und die meisten Staaten können sich eine zweite Bankenkrise nicht leisten», sagt Simon Johnson, Ökonomieprofessor am ebenso renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT).
Die beiden zählen zu einer Gruppe von Ökonomen, Notenbankern und Historikern, vor allem aus dem angelsächsischen Raum, die davor warnt, die Finanzkrise als überwunden zu betrachten und den Banken wieder freie Hand bei der Verfolgung ihrer profitablen Geschäfte zu geben. Sie warnen, die Finanzkolosse Europas und der USA seien so gross und nach wie vor dermassen riskant finanziert, dass sie für ihre Domizilstaaten eine nicht mehr tragbare Gefahr darstellten. Radikalere Massnahmen zur Bändigung der Branche seien nötig — bis hin zur....

 

Freitag, Juni 11, 2010

Deutscher Wirtschaftsflüchling grüsst seine Landsleute.......

Song: Kiosk by Rumpelstilz

Montag, Mai 24, 2010

Schwacher Euro als Segen

18. Mai 2010, 11:07, NZZ Online
Schwacher Euro als Segen

Europäische Exportwirtschaft profitiert
Der Griechenland-Strudel und der schwächere Euro freut die europäische Exportindustrie.

Alle verfolgen derzeit den fallenden Euro-Dollarkurs und glauben dabei, der Eskalation der Krise der Euro-Zone zuschauen zu können. Doch der Wechselkurs taugt wenig als Mass für die Krise. Der schwache Euro dürfte sich als Segen entpuppen.

Von Marco Metzler

Der Alltag der Devisenhändler interessiert die Öffentlichkeit normalerweise kaum. Wenn aber allenthalben das Ende des Euro und der Euro-Zone ausgerufen wird, dann erscheint plötzlich die tägliche Veränderung der vierten Stelle hinter dem Komma des Euro-Dollarkurses die ganze Welt zu bewegen und für Schlagzeilen zu sorgen. Ist die tägliche Veränderung einer Kommastelle relevant? Dass der Euro in den letzten Monaten schwächer geworden ist, ist eine Tatsache. Aber ist dies tatsächlich so schlecht?

Langfristige Betrachtung

Macht man einen Schritt zurück und öffnet den Fokus vom hektischen Tagesgeschäft der Devisenhändler auf den langfristigen Verlauf des Euro-Dollarkurses, dann relativiert sich die Euro-Schwäche. Denn der Euro ist im langfristigen Vergleich weiterhin stark. Nach der Einführung des Euro als Buchgeld am 1. Januar 1999 kannte die Einheitswährung zuerst gegenüber der US-Währung nur eine Richtung: nach unten.

Am 25. Oktober 2000 erreichte der Kurs bei 0,872 den tiefsten Stand. Nachdem der Euro am 1. Januar 2002 auch als Bargeld eingeführt worden war, begann dann der Höhenflug der europäischen Währung. Sie durchbrach....