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Samstag, März 31, 2012

Freitag, September 30, 2011

As Scorn for Vote Grows, Protests Surge Around Globe

The New York Times
September 27, 2011
As Scorn for Vote Grows, Protests Surge Around GlobeMADRID — Hundreds of thousands of disillusioned Indians cheer a rural activist on a hunger strike. Israel reels before the largest street demonstrations in its history. Enraged young people in Spain and Greece take over public squares across their countries.
Their complaints range from corruption to lack of affordable housing and joblessness, common grievances the world over. But from South Asia to the heartland of Europe and now even to Wall Street, these protesters share something else: wariness, even contempt, toward traditional politicians and the democratic political process they preside over.
They are taking to the streets, in part, because they have little faith in the ballot box.
“Our parents are grateful because they’re voting,” said Marta Solanas, 27, referring to older Spaniards’ decades spent under the Franco dictatorship. “We’re the first generation to say that voting is worthless.”
Economics have been one

Freitag, Juli 01, 2011

10 Strategien der Manipulation - Gehirnwäsche nach Noam Chomsky

10 Strategien der Manipulation - Gehirnwäsche nach Noam Chomsky


Der prominente Linguist und Intellektuelle Noam Chomsky zeigt in seinem Text „10 Strategien der Manipulation“ auf satirische Weise, wie eine Gesellschaft manipuliert werden kann, ohne dass eine kritische Masse an Menschen in dieser Gesellschaft dies realisiert.

In einer Zeit in der viele Bürger von der „plötzlich“ anwachsenden Brisanz politischer und wirtschaftlicher Verwerfungen überrascht sind, ist es besonders wertvoll, Chomskys Einsichten zu verinnerlichen.

Chomsky zeigt auf, wie das System beeinflusst wird und welche Informationen wir für relevant halten. Da Information immer zu Wahrnehmung führt und Wahrnehmung die Grundlage jeden Handelns ist, begründet Information letztendlich auch die soziale Realität. Ebenso den Wandel dieser.

1. Kehre die Aufmerksamkeit um

Das Schlüsselelement zur Kontrolle der Gesellschaft ist es, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf unwesentliche Ereignisse umzulenken, um sie von wichtigen Informationen über tatsächliche Änderungen durch die politischen und wirtschaftlichen Führungsorgane abzulenken. Jene Strategie ist der Grundstein, der das Basisinteresse an den Bereichen Bildung, Wirtschaft, Psychologie, Neurobiologie und Kybernetik verhindert. Somit kehrt die öffentliche Meinung dem wirklichen gesellschaftlichen Problemen den Rücken zu, berieselt und abgelenkt durch unwichtige Angelegenheiten. Schaffe es, dass die Gesellschaft beschäftigt ist, beschäftige sie, beschäftige sie so, damit sie keine Zeit hat über etwas nachzudenken, entsprechend dem Level eines Tieres.

2. Erzeuge Probleme und liefere die Lösung

Diese Methode wird die „Problem-Reaktion-Lösung“ genannt. Es wird ein Problem bzw. eine Situation geschaffen, um eine Reaktion bei den Empfängern auszulösen, die danach eine präventive Vorgehensweise erwarten. Verbreite Gewalt oder zettle blutige Angriffe an, damit die Gesellschaft eine

Montag, Januar 24, 2011

Atemmasken gegen die Krise

WOZ vom 20.01.2011 - Ressort Schweiz
Atemmasken gegen die Krise
Von Rachel Vogt

Der Zürcher Psychiater und Philosoph Daniel Strassberg über Exzesse und Lust in der Politik, die Über­nahme linker Debatten durch die Rechten sowie über Joggen und schreiende Kinder.

WOZ: Plötzlich sprechen alle vom sogenannten Wutbürger. Sind wir getrieben von Wut?
Daniel Strassberg: Nein, von Ressentiments. Wut kann eine kreative Emotion sein, weil sie auf Veränderung zielt. Ressentiments wollen nichts verändern. Man will nur die vermeintlich Schuldigen für das eigene Unglück bestrafen. 

Woher kommt das?
Ressentiments entstehen aus dem Gefühl, machtlos zu sein. Wenn ich jemandem eins auf die Nuss gebe, gewinne ich ein Gefühl von Macht, ohne wirklich etwas verändern zu müssen. Eine Art machtlose Macht. 

Wer kriegt eins auf die Nuss?
Die Ressentiments von rechts richten sich gegen Menschen, die selbst keine Macht haben, etwa Ausländer – weil die nicht zurückschlagen können. Das Kind lässt seine Wut auch nicht am Vater aus, sondern am kleinen Geschwister. Die Steuerinitiative der SP dagegen scheiterte, weil die Leute glaubten: Wenn ich meine Ressentiments gegen Mächtige richte, bekomme ich die Strafe in Form höherer Steuern zu spüren. 

Warum nimmt das Gefühl der Machtlosigkeit denn zu?
Die Globalisierung hat die Wahrnehmung von Macht verändert. In der 68er-Bewegung fass­te man die Macht als eine vertikale Sa­che auf: Die oben üben Macht gegen unten aus, die unten müssen sich wehren. Die Globali­sierung hat diesen Diskurs um neunzig Grad verschoben, in die Horizontale. Heute herrscht ein Infiltrations- oder Infektionsdiskurs vor: Die Gefahr kommt nicht mehr von oben, sondern von aussen, ob es nun Bakterien, Strahlen oder Ausländer sind. 

Die Folge?
Die Gesellschaft ist hypochondrisch geworden. Jedes Jahr kommt eine Epidemie – die Vogelgrippe, die Schweinegrippe. Sie kommt von irgendwo her. Alle Grenzen werden durchlässig, selbst die Gattungsgrenzen, denn das Virus wird von Tieren auf Menschen übertragen. Man kämpft nicht mehr gegen oben, sondern errichtet Grenzen gegen aussen. Der Diskurs läuft zwischen....

Sonntag, Januar 16, 2011

Klimawandel und Gewalt «Protest für etwas – dann wird es interessant»

WOZ vom 06.01.2011
Klimawandel und Gewalt
«Protest für etwas – dann wird es interessant»

Interview: Bettina Dyttrich

Das Klima ist ein Thema für NaturwissenschaftlerInnen, denken viele. Der deutsche Sozialpsychologe Harald Welzer sieht das anders. Im WOZ-Gespräch erklärt er, was er von der Klimakonferenz in Cancún hält, dass Gewalt nichts Irrationales ist – und warum er trotzdem an Demokratie glaubt.

«Der Erde und dem Klima ist es egal, dass es wärmer wird», sagt Harald Welzer. «Das ist nur von Bedeutung, weil es Kulturen, Gruppen, Individuen trifft.» Was passiert mit ihnen, wenn die Klimaprognosen eintreffen? Für diese Frage seien nicht KlimaforscherInnen zuständig; ihr sollten die SozialwissenschaftlerInnen dringend nachgehen, sagt der deutsche Sozialpsychologe. Doch bis jetzt ist Welzer einer von ganz wenigen, die das tun. Mit dem Buch «Klimakriege» hat Welzer 2008 einen umfassenden Anfang gemacht. Er kombiniert dar­in die Klimaprognosen mit seinem Wissen aus der Gewaltforschung; das Resultat ist so verstörend wie lesenswert.

Für einen, der sich tagtäglich mit den düstersten Seiten der Menschen beschäftigt, macht Welzer einen entspannten, geradezu vergnügten Eindruck. Er lacht viel, wirkt weder zynisch noch resigniert, sondern leidenschaftlich interessiert an der Welt. Erinnerung und Gewalt sind die Themen, die er seit über zwanzig Jahren erforscht. Oft geht es auch um beides, um die Erinnerung an Gewalt: In der Studie «Opa war kein Nazi» von 2002 zeigte Welzer zusammen mit ForschungskollegInnen, wie deutsche Familien Taten ihrer Grossväter verharmlosen und verklären. 

Warum gerade Erinnerung und Gewalt? Gab es ein Schlüsselerlebnis, das ihn darauf brachte? Welzer wehrt ab. Er finde diese Themen einfach wichtig, es gebe da ein Forschungsdefizit, und vor allem hätten ihn «Fragestellungen ohne Wirklichkeitsbezug» nie interessiert. Kein Wunder, hält er sich nicht an akademische Reviergrenzen: Für seine Forschungen über Erinnerung arbeitete....

Donnerstag, Dezember 16, 2010

Gift im Spielzeug

Gift im Spielzeug

In der EU und der Schweiz soll eine neue Richtlinie mit strengeren Regelungen eingeführt werden


Meldungen über giftige Spielwaren schrecken immer wieder auf. Dabei sind viele der Produkte aufgrund von fehlenden gesetzlichen Regelungen erlaubt. Dies soll sich ändern.

Stephanie Lahrtz
Blei im Kinderschmuck, Formaldehyd im Puzzle oder Nickel in Metallkappen – immer wieder tauchen beunruhigende Nachrichten über Gifte im Kinderspielzeug auf. Dabei ist die Erkenntnis, dass solche Waren belastet sein können, keineswegs neu. Spätestens seit im Sommer 2007 der Spielzeughersteller Mattel weltweit über 18 Millionen Produkte wegen Sicherheitsmängel wie verschluckbarer Kleinteile oder mit Blei belasteter Spielzeugautos zurückrufen musste, erwarten Eltern wie auch Konsumentenschützer, dass die Hersteller «sichere» Waren anbieten.

In Autoreifen nahezu verboten


Doch offenbar ist dies auch heutzutage noch nicht immer der Fall, wie eine Untersuchung der deutschen Stiftung Warentest vom November ergab. Sie untersuchte 50 Spielzeuge für Kleinkinder und stufte 80 Prozent davon als belastet mit Chemikalien oder gefährlich wegen verschluckbarer Kleinteile ein. So wurden etwa in vielen Holzspielsachen polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe in unterschiedlichen Konzentrationen gefunden, aber auch zinnorganische Verbindungen oder Nickel waren enthalten (vgl. Kasten).

Doch das Problem ist nicht nur Unwissenheit, Uneinsichtigkeit oder Profitstreben von Herstellern, Zulieferern und Händlern. Vielmehr ist der Verkauf auch vieler der nun von der Stiftung Warentest beanstandeten Produkte legal. Denn für viele der gesundheitsgefährdenden Substanzen existieren weder in der Schweiz noch in der EU verbindliche Grenzwerte oder Verbote.

Für Konsumentenschützer geradezu grotesk ist die Tatsache, dass zwar aufgrund einer EU-Verordnung in Weichmacherölen für Autoreifen nicht mehr als 1 Milligramm pro Kilogramm polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) enthalten sein darf. Hingegen existiert keine Vorschrift für diese Stoffgruppe für Spielzeug oder andere «Verbraucherprodukte» wie Velolenkergriffe oder....

Dienstag, Dezember 07, 2010

FAZ - „Gender Mainstreaming“

FAZ.net  07. September 2006
„Gender Mainstreaming
Der kleine Unterschied

Die EU und Deutschland haben sich dem „Gender Mainstreaming“ verpflichtet. Dieser Politik liegt die Behauptung zugrunde, Geschlechtsrollen seien nur erlernt. Propagiert und durchgesetzt hat das der Feminismus, doch am Anfang steht ein Menschenversuch, schreibt Volker Zastrow.

Am 22. August 1965 kamen im kanadischen Winnipeg, einer Stadt etwa so groß wie Frankfurt, Zwillinge zur Welt. Ein seltenes und freudiges Ereignis - auch für die Wissenschaft. Denn eineiige Zwillinge haben dasselbe Erbgut. Also kann man dessen Einfluß an ihnen erforschen, was im 20. Jahrhundert auch überreich geschah. Bruce und Brian Reimer dienten als Beweis dafür, daß die Erbanlagen das Geschlecht eines Menschen nicht bestimmen. Weiblichkeit und Männlichkeit sind keine biologischen Identitäten, sondern psychische: So lautet die Annahme, die heute als Grundlage des „Gender Mainstreaming“ in die Politik eingegangen ist. „Man kommt nicht als Frau auf die Welt“, hieß das bei Simone de Beauvoir, „man wird dazu gemacht.“Bruce Reimer kam nicht als Frau auf die Welt, aber er sollte dazu gemacht werden. Sieben Monate nach der Geburt des Jungen wurde sein Penis bei einer Beschneidung vom Arzt mit einem elektrischen Instrument so stark verbrannt, daß das Glied sich schwärzte und bald vollständig abfiel. Keiner der hinzugezogenen Mediziner konnte den Eltern einen Weg aufzeigen, diesen Schaden wenigstens einigermaßen zu beheben. Die Möglichkeiten der plastischen Chirurgie reichten nicht so weit. Im Februar 1967 sahen Ron und Janet Reimer dann in einer Fernsehrunde einen Doktor aus den Vereinigten Staaten, der ihnen wieder Hoffnung gab. Es war John Money, ein Psychiater vom Johns-Hopkins-Krankenhaus in Baltimore.

Weitreichende seelische Konsequenzen

Money behauptete in der Sendung, man könne aus Männern ohne weiteres Frauen machen. Er hatte eine Blondine mitgebracht, die in kurzem Rock und enger Jacke, mit Stöckelschuhen, langen Wimpern, schwarz umrandeten Augen, Lippenstift und Make-up einen betont femininen, ja aufreizenden Eindruck machte: einen Transsexuellen, der sagte, er fühle sich nach seiner operativen Geschlechtsumwandlung vollständig als Frau, „körperlich und geistig“. Die Eheleute Reimer erblickten darin die Lösung ihrer Probleme. Sie schrieben an Money, nicht ahnend, daß sie umgekehrt auch ihm.....

Mittwoch, Dezember 01, 2010

Velowege in Dänemark - Ein Vorbild für die Schweiz!

Kopenhagen's Veloinfrastruktur

Samstag, November 20, 2010

Nichts ist ohne Alternative – auch nicht der Kapitalismus

Tages-Anzeiger Online 18.11.2010

Nichts ist ohne Alternative – auch nicht der Kapitalismus

Von Lukas Bärfuss.
Es stehe kein anderer Weg zur Verfügung als die Marktwirtschaft und die Globalisierung, heisst es. Das ist blosse Ideologie, meint der Schriftsteller Lukas Bärfuss.
Mord und Vertreibung sind nicht kompliziert: Flüchtlinge im Kongo, wo das grösste Massaker seit dem Zweiten Weltkrieg stattfindet.
Mord und Vertreibung sind nicht kompliziert: Flüchtlinge im Kongo, wo das grösste Massaker seit dem Zweiten Weltkrieg stattfindet.
Lukas Bärfuss, 38, lebt als Schriftsteller in Zürich. Er schreibt Theaterstücke («Die sexuellen Neurosen unserer Eltern», «Der Bus», «Malaga») und Prosa, zuletzt den Roman «Hundert Tage» über die Verstrickung der Schweiz in den Völkermord in Ruanda. Der vorliegende Text ist eine Rede, die Bärfuss am 15. November, dem «Writers-in-Prison-Day», im Literaturhaus Zürich gehalten hat, im Beisein des Journalisten Déo Namujimbo,der über die Ausbeutung des Kongo berichtete und deshalb mit dem Tode bedroht wird. Der «Writers-in-Prison-Day» erinnert alljährlich an Schriftsteller, die wegen ihrer Ansichten oder Schriften verfolgt werden.

Über den Begriff «Freiheit» nachzudenken, dazu öffentlich und in Gegenwart eines Autors wie Déo Namujimbo, der in seiner Heimat Kongo verfolgt und mit dem Tod bedroht wird, muss einen Schweizer Schriftsteller in Verlegenheit stürzen, und das hat einen bestimmten Grund.
Vor zwanzig Jahren befand sich Friedrich Dürrenmatt in einer vergleichbaren Situation, als er seine berühmteste Rede hielt, die Rede zur Verleihung des Gottlieb-Duttweiler-Preises an den tschechischen Schriftsteller und Staatspräsidenten Vaclav Havel. Bei jener Gelegenheit formulierte Dürrenmatt eine Metapher, die die Diskussion über Freiheit...

Montag, November 15, 2010

Die Zukunft liegt im Urin

7. November 2010, NZZ am Sonntag
Die Zukunft liegt im Urin

Aus dem Harn des Menschen gewinnen Schweizer Forscher Phosphor
In fünfzig Jahren könnte der Nährstoff Phosphor erschöpft sein.
Patrick Imhasly

Viele Leute denken mit einem Schaudern an den Tag in nicht allzu weiter Ferne, an dem der letzte Tropfen Erdöl gefördert sein wird. Doch möglicherweise geht ein anderer Rohstoff noch schneller zur Neige, der wichtiger ist als Erdöl und zu dem es keine Alternativen gibt: Phosphor.

Phosphor ist ein Nährstoff, auf den Pflanzen nicht verzichten können; auch in der Energieversorgung des menschlichen Körpers spielt er eine zentrale Rolle. Zur Verwendung als Pflanzendünger wird der Stoff in erster Linie im Bergbau aus phosphathaltigen Mineralien gewonnen. China, Marokko und die USA kontrollieren dabei den grössten Teil der weltweit verfügbaren Reserven. Manche Studien besagen, dass der sogenannte «Peak Phosphor» bereits um 2030 erreicht sein wird. Das ist der Zeitpunkt, wo die Fördermenge am grössten ist und dann stetig abnimmt. Zumindest die leicht abbaubaren Phosphorvorräte sollen in 50 bis 100 Jahren vollständig erschöpft sein.

Erste Erfahrungen in Nepal

«Solche Studien sind immer mit grossen Unsicherheiten behaftet», erklärt Kai Udert vom Eawag in Dübendorf, dem Wasserforschungsinstitut des ETH-Bereichs. «Man wird neue Vorkommen finden, und der wird sich nach hinten verschieben.» Trotzdem: Irgendwann ist Schluss. Und weil Phosphor unersetzlich ist, macht sich der Verfahrenstechniker

Freitag, November 12, 2010

Peak Oil liegt hinter uns

TELEPOLIS


Peak Oil liegt hinter uns

Craig Morris 11.11.2010

Jetzt ist es wohl offiziell - die Internationale Energieagentur (IEA) hat selbst zugegeben, dass die Förderung höchstens für einige Jahre stabil bleiben kann, bevor sie endgültig abrutscht

Vor wenigen Jahren war Peak Oil ein Thema für Skeptiker und Außenseiter. Auch wenn einige wenige prominente Insider die Alarmglocken mit geläutet haben (z.B. Matthew Simmons, s. Peak oil: Steigende Preise, sinkende Förderung (1)) , behaupteten BP, die IEA, und andere Industrieorganisationen immer brav und beruhigend, der Peak komme wohl erst in ein paar Jahrzehnten. Zum Beispiel meinte (2) die IEA erst 2009, dass Peak Oil frühestens 2020 erreicht werde.

Am Dienstag schlug die IEA im World Energy Outlook 2010 (3) jedoch überraschend einen neuen Ton an. Nun spricht die Organisation nicht nur offen von Peak Oil (die IEA nahm bisher den Begriff ungern in den Mund), sondern liefert gleich eine Grafik mit, die es in sich hat.

Peak-Oil. Grafik: IEA
Man sieht deutlich, dass das Fördervolumen leicht gesunken ist; die Ökonomen würden wohl auf den gesunkenen Verbrauch während der Wirtschaftskrise verweisen. Die Grafik zeigt aber etwas Beunruhigendes: Die Förderung wird offenbar nicht mehr leicht über das Niveau von 2003-2007 steigen, sondern sogar bald steil absinken. Nur wenn "noch nicht entwickelte Felder" bereits jetzt die Arbeit aufnehmen, können wir grob das heutige, leicht abgesunkene Niveau stabil halten - und das nur bis etwa 2015. Dann müssen "noch nicht gefundene Felder" hinzukommen. Sonst haben wir circa eine Generation später vielleicht nur die Hälfte der heutigen Produktion.
Für die Energy Watch Group aus Berlin, die auch seit Jahren vor Peak Oil warnt (4), gehen klare Handlungsempfehlungen aus der IEA-Studie hervor:
Sogar eine Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien ist innerhalb weniger Jahrzehnte möglich und insgesamt kostengünstiger als der weitere Verbrauch von Erdöl, Erdgas, Kohle und Uran.
Recht haben sie – allerdings lehnen sich manche Befürworter der erneuerbaren Energien zu weit aus dem Fenster, wenn sie (wie die EWG) andeuten, die Erneuerbaren könnten das Erdöl ersetzen. Richtig ist, dass alle erneuerbaren Strom erzeugen, keinen flüssigen Treibstoff, bis auf die Biomasse, und es darf bezweifelt werden, dass so viel Biotreibstoff nachhaltig produziert werden kann, wie wir jetzt Erdöl verbrauchen. Auch die Atomkraft stellt deswegen keinen Ersatz dar. Es gab einfach keinen Ersatz für Öl als Treibstoff.
Das heißt, dass wir bald mit weniger Heizöl auskommen müssen, aber das geht ja - besser isolierte Gebäude, passive Wärme, Pelletöfen u.ä., und schließlich zur Not Elektroheizungen. Wärme ist nicht das Problem. Aber die Elektromobilität wird anders aussehen als unsere heutigen Autos, die quasi eine unbegrenzte Reichweite haben und innerhalb weniger Minuten vollgetankt werden können. Eine Fahrt von Berlin aus an die Atlantikküste bei Bordeaux mit Zelt und Familie im Kombi wird zunehmend schwierig.
Noch schwieriger wird die Schifffahrt. Und fast unmöglich der Luftverkehr. Dort sind keine Alternativen zum flüssigen, fossilen Treibstoff in Sicht. Machen Sie sich also auf stark steigende Ölpreise zu Ihren Lebzeiten gefasst.

Links

(1) http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19966/1.html
(2) http://www.heise.de/tp/blogs/2/146734
(3) http://www.iea.org/w/bookshop/add.aspx?id=422
(4) http://www.energywatchgroup.org/Mitteilungen.26.0.html

Dienstag, November 09, 2010

Chinas skrupellose Jagd auf die Seltenen Erden

Tages Anzeiger Online
Chinas skrupellose Jagd auf die Seltenen Erden
Von Henrik Bork, Guotian.

Wie in China ganze Dörfer und Täler vergiftet werden, damit die Welt an Seltene Erden kommt – die Rohstoffe für iPhones und iPods.

In Südamerika gibt es Kokain, in China gibt es Seltene Erden. Wer nun meint, das eine habe nichts mit dem anderen zu tun, der sollte Guotian besuchen. Das Dorf liegt versteckt in den grünen Bergen der Provinz Guangdong. Mehr als dreihundert Kilometer und eine Reise mit der Zeitmaschine trennen es von der Provinzhauptstadt Guangzhou. Eben noch ein futuristischer Flughafen, Geschäftsleute in massgeschneiderten Anzügen. Hier Bauern mit nackten Beinen im Schlamm ihrer Reisfelder.

Illegale Mine

Doch in Guotian wird nicht nur Reis angebaut. Hier geht es auch ähnlich zu wie in der Hochburg eines kolumbianischen Drogenbarons. Nachts werden Säcke mit Chemikalien angeliefert, die zum Auswaschen des «Stoffs» gebraucht werden. Das fertige Produkt wird von Schmugglern abgeholt und zur Tarnung in harmlose Düngersäcke gestopft. Oberhalb des Dorfes steht ein gut bewachtes Anwesen. Auf seinem blauen Wellblechdach sind Videokameras montiert. Wachhunde schlagen an, finstere Typen sind zu sehen, die nicht aus Guotian stammen, und der Boss steigt in einen Mitsubishi-Jeep und rast davon.

Der Boss betreibt eine illegale Mine für Seltene Erden. Ein Hügel oberhalb des Dorfes, direkt über einem kleinen Stausee gelegen, wird im Tagebau abgetragen. Ohne Genehmigung, ohne Lizenz. Auf rund 20'000 Yuan werden die Produktionskosten für eine Tonne Seltene Erden geschätzt. Verkauft wird die Tonne für mehr als 1 Million Yuan. «Eine einzige solche Mine bringt einen Profit von 3 Millionen Yuan im Monat», schrieb die Zeitung «Nanfang Ribao», rund 400'000 Franken.

Chemikalien im Trinkwasser

Die Weltwirtschaft ist süchtig nach diesen 17 Metallen, deren Namen nur Spezialisten kennen. Dysprosium-Oxid wird fürs iPhone gebraucht. Lanthanum für Hybridmotoren. Thulium für Röntgengeräte. Satelliten, Raketenleitsysteme, Petroleumraffinerien – für alles werden Seltene Erden gebraucht. Seit China, das 97 Prozent des Weltbedarfs fördert, die Ausfuhr eingeschränkt hat, schiessen hier in den Bergen von Guangdong die Preise in die Höhe. Die grösste Mine für Seltene Erden, Bayan Obo, steht in Nordchina, wo mehr als ein Drittel des

Samstag, Oktober 30, 2010

Die amerikanischen Mythen

Tages Anzeiger Online 28.10.2010
Die amerikanischen Mythen
Von Martin Kilian, Washington.

Was ist aus dem Tellerwäscher geworden? In den Wochen vor den Kongresswahlen ist in den USA eine heftige Diskussion über den Zustand des Landes entbrannt.

Wieder geht das Gespenst des amerikanischen Niedergangs um. Die grosse Rezession, die politische Polarisierung in Washington sowie der Aufstieg von grossen Schwellenländern wie China und Brasilien schüren in den Vereinigten Staaten Angst vor einem allmählichen Bedeutungsverlust. Doch Vorsicht ist geboten: Mehr als einmal wurde den USA ein Absinken in die Mittelmässigkeit attestiert. So verschätzte sich zum Beispiel der Historiker Paul Kennedy 1988 gewaltig, als er den USA wegen «imperialer Überdehnung» den Abstieg vorhersagte. Nicht Amerika implodierte, sondern die Sowjetunion.

Trotzdem hat sich in den Vereinigten Staaten ein diffuses Gefühl ausgebreitet, dass die besten Zeiten womöglich vorbei seien. «Der amerikanische Lebensstandard wird im Vergleich zu anderen Industrienationen und aufstrebenden Schwellenländern abnehmen», schreiben die beiden Ökonomen Brad DeLong und Stephen Cohen. In einer Umfrage des Magazins «Newsweek» glaubten 63 Prozent der Interviewten, dass es mit ihrem Lebensstandard bergab gehen werde. Vizepräsident Joe Biden hingegen will davon nichts wissen: «So viele Leute haben auf unseren Untergang gewettet, es macht mich ganz verrückt», beschwerte er sich.

Ein amerikanischer Niedergang aber würde sich nicht zuletzt einer Mythenbildung verdanken, die das Land über den Rest der Welt erhebt und dabei unangenehme Wahrheiten ausblendet. Vor allem das konservative Amerika...

Donnerstag, Oktober 28, 2010

Club of Rome - Meadows: "Der böse Samurai ist schon tot, ohne es zu merken"

Heise.de 24.04.2009

"Der böse Samurai ist schon tot, ohne es zu merken"

Von Martin Koelling, Tokio

Dennis Meadows, 66, hat 1972 im Auftrag des Club of Rome die Studie „Grenzen des Wachstums“ erstellt, die in 38 Sprachen übersetzt und zig millionenfach verkauft wurde. In seinem Report sagte er voraus, dass die Grenzen des Wachstums in den nächsten 100 Jahren erreicht würden, wenn das Wachstum von Bevölkerung, Industrialisierung und der Umweltverschmutzung anhält. Als Alternative zum Kollaps suggerierte Meadows, dass nachhaltiges Wachstum möglich sei. Für seine Verdienste erhielt Meadows am gestrigen Donnerstag den hoch dotierten Japan-Preis[1] der Stiftung für Wissenschaft und Technik. Vor seiner Preisverleihung nutzte Meadows[2], Professor Emeritus der University of New Hampshire, im Foreign Correspondent's Club of Japan die Gelegenheit, zur aktuellen Wirtschaftskrise und der kommenden Krise nicht nachhaltigen Wachstums Stellung zu beziehen.
Seine These: Wir stehen vor der Herausforderung, zwei historische Krisen auf einmal zu bewältigen. Erstens wird die Phase des Hochwachstums von einer harten und langen Phase des Abbaus von Produktionsüberkapazitäten abgelöst. Zweitens müssen wir gleichzeitig die Gesellschaften auf eine nachhaltige Entwicklung umstellen, wenn wir die Folgen noch einigermaßen kontrollieren wollen. Leicht redigiert zeichnet TR Online seine Rede und seine Antworten auf Journalistenfragen auf.

Die Welt ist weniger nachhaltig als 1972
Ich beneide meinen Freund David Kuhl[3], den anderen Träger des Japan-Preises. In seiner Arbeit kann er Tag für Tag Fortschritt verzeichnen. Für mich gilt das Gegenteil, für mich ist die Geschichte seit 1972 rückwärts gelaufen. Die Welt ist weniger nachhaltig, als sie es damals war. Es ist unbefriedigend, eine theoretisch nachhaltige Gesellschaft aufzuzeigen, wenn du siehst, dass die reale Gesellschaft weiterhin einer falschen Politik folgt. Erst mit der Krise gibt es wieder vermehrt Interesse, und mehr Leute sagen, dass Meadows und seine Leute letztlich doch recht hatten. Aber wie ich gleich....

Donnerstag, August 19, 2010

Metalle unter Strom

11. August 2010, Neue Zürcher Zeitung
Metalle unter Strom

Wird der Ausbau der Elektromobilität von einem Rohstoffengpass ausgebremst?
Dem Elektroauto soll die Zukunft gehören. Aber wird diese Zukunft auch die Rohstoffe bieten, die das Elektroauto benötigt? Ja, sagen deutsche Forscher, aber wohl nur zu einem höheren Preis.

Leonid Leiva

Die einen geloben es, die anderen verlangen es. Doch bis das Elektroauto in grossem Stil auf die Strasse kommt, werden wohl noch ein paar Jahrzehnte vergehen. Dennoch blickt das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) im Auftrag der deutschen Regierung schon heute mit orakelnden Augen in die Zukunft. Man möchte wissen, ob bis zum Jahr 2050 der Mangel an Reserven wichtiger Rohstoffe einem Ausbau der Elektromobilität im Wege stehen könnte. 2009 legte das ISI bereits eine Vorschau auf die Entwicklung der Lithiumbestände vor. Nun folgt eine Untersuchung zum Edelmetall Kupfer.

Steigender Bedarf

In einem Benzin- oder Dieselauto der Mittelklasse fahren schon heute rund 25 Kilogramm Kupfer mit. Bei Hybridantrieben....

Freitag, Juli 23, 2010

Drohen uns «Klimakriege»?

22. Juli 2010
Neue Zürcher Zeitung
Drohen uns «Klimakriege»?
Verminderte natürliche Ressourcen als mögliche wichtige Quelle von bewaffneten Konflikten

Laut Experten könnten der Klimawandel und seine Folgen eine Rolle bei der Verschärfung internationaler Konflikte spielen. Die Ressourcenknappheit in der Region südlich des Mittelmeers wird sich noch akzentuieren.

Vicken Cheterian

Im Jahr 2003 haben die Autoren eines vom amerikanischen Verteidigungsministerium in Auftrag gegebenen Berichts den Begriff des «Klimakriegs» geprägt. Sie zeigten darin mögliche Szenarien eines abrupten Klimawandels mitsamt den Auswirkungen auf die nationale Sicherheit der USA auf und sorgten damit für Aufregung. Unter dem Leitgedanken, sich das Undenkbare – einen relativ abrupten Wandel anstelle der zumeist prognostizierten graduellen Klimaveränderung – vorzustellen, zeichneten sie das düstere Bild einer Zukunft, beherrscht von Chaos, Millionen von «Umweltflüchtlingen» und durch die globale Erwärmung verursachten bewaffneten Konflikten. Als ersten «Klimakrieg», dem weitere folgen würden, nannten die Autoren den Konflikt um Darfur. Auch der Uno-Generalsekretär Ban nannte 2007 die Auswirkungen des Klimawandels als eine Ursache der Krise in Darfur.

Gewachsenes Interesse

In den letzten Jahren hat sich eine Vielzahl von Gremien und Berichten mit der Frage nach dem Klimawandel als einer wichtigen Ursache von Konflikten im 21. Jahrhundert befasst. Im vergangenen September verabschiedete die Uno-Generalversammlung eine Resolution.....

Freitag, April 02, 2010

Plastik: Das verkannte Problem

Tages Anzeiger Online
Plastik: Das verkannte Problem
Von Barbara Reye. Aktualisiert am 31.03.2010

Weltweit sammelt sich immer mehr Kunststoffmüll an. Auf den Meeren bedroht er seltene Tierarten. Und über die Nahrungskette landet das Plastik am Ende auch im Menschen.

Da sind sie wieder. Die Müllsammler in ihren knallgelben T-Shirts. Wie jedes Jahr säubern Studenten und Freiwillige den Strand der kleinen Insel Tsushima zwischen Korea und Japan von Plastikmüll. Alles angeschwemmtes Material. Ein buntes Sammelsurium aus Kanistern, Fischernetzen, Plastikflaschen, Badelatschen, Fussbällen, Bechern, Rohren und Kunststofffolien. Nach zwei Tagen sind 120 Lastwagen mit dem Unrat gefüllt. Und in die abgelegene Bucht kehrt umgehend die Idylle zurück.

Auch der österreichische Regisseur Werner Boote hat kräftig mit angepackt - und hat die Szene für seinen Dokumentarfilm «Plastic Planet»* festgehalten. Gereinigt worden sei aber nur eine kleine Bucht einer kleinen japanischen Insel, betont der Filmemacher etwas frustriert. Japan habe aber insgesamt mehr als 6800 Inseln. Zudem sei die Bucht in kurzer Zeit erneut mit Abfällen von Schiffen aus der Nähe übersät gewesen.

Chemischer Alleskönner

Plastik umgibt uns ständig und fast überall. Egal ob für simple Konsumgüter oder als Hightech-Material für Computerchips. Man kann es in allen Farben, Formen und Festigkeiten haben. Kunststoffe sind aufgrund ihrer....



Tages Anzeiger Online
Plastik: Das verkannte Problem
Von Barbara Reye. Aktualisiert am 31.03.2010

Weltweit sammelt sich immer mehr Kunststoffmüll an. Auf den Meeren bedroht er seltene Tierarten. Und über die Nahrungskette landet das Plastik am Ende auch im Menschen.

Da sind sie wieder. Die Müllsammler in ihren knallgelben T-Shirts. Wie jedes Jahr säubern Studenten und Freiwillige den Strand der kleinen Insel Tsushima zwischen Korea und Japan von Plastikmüll. Alles angeschwemmtes Material. Ein buntes Sammelsurium aus Kanistern, Fischernetzen, Plastikflaschen, Badelatschen, Fussbällen, Bechern, Rohren und Kunststofffolien. Nach zwei Tagen sind 120 Lastwagen mit dem Unrat gefüllt. Und in die abgelegene Bucht kehrt umgehend die Idylle zurück.

Auch der österreichische Regisseur Werner Boote hat kräftig mit angepackt - und hat die Szene für seinen Dokumentarfilm «Plastic Planet»* festgehalten. Gereinigt worden sei aber nur eine kleine Bucht einer kleinen japanischen Insel, betont der Filmemacher etwas frustriert. Japan habe aber insgesamt mehr als 6800 Inseln. Zudem sei die Bucht in kurzer Zeit erneut mit Abfällen von Schiffen aus der Nähe übersät gewesen.

Chemischer Alleskönner

Plastik umgibt uns ständig und fast überall. Egal ob für simple Konsumgüter oder als Hightech-Material für Computerchips. Man kann es in allen Farben, Formen und Festigkeiten haben. Kunststoffe sind aufgrund ihrer unterschiedlichen chemischen Zusammensetzung äusserst vielseitig - aus ihnen bestehen hauchdünne Nylon-Strumpfhosen, klangvolle Schallplatten, robuste Abflussrohre und auch fälschungssichere Banknoten.

Die Krux ist, dass seit Jahrzehnten die Menge an Kunststoffmüll in bedrohlichem Tempo wächst. Weltweit würden momentan allein in einem Jahr rund 280 Millionen Tonnen Kunststoff produziert, erklärt der Materialwissenschaftler Ulrich Suter, ehemaliger Vizepräsident Forschung an der ETH Zürich. Gegenüber 1950 habe diese Menge um das Hundertvierzigfache zugenommen. Deshalb sei es wichtig, in Zukunft noch mehr auf umweltschonende, recycelbare Produkte, etwa aus Polyethylenterephthalat (PET), zu setzen.

Schildkröten verfangen sich

Je nach Beschaffenheit, Ausgangsmaterial und Umweltbedingungen können Kunststoffe sehr langlebig sein und zersetzen sich oft erst nach Jahrhunderten vollständig. Aus diesem Grund wird Plastik an Land wiederverwertet, vergraben oder verbrannt. Doch im Meer dümpelt es mit den Wellen vor sich hin. Schmeisst die Schiffsbesatzung ihren Plastikabfall über Bord, schwimmt er im Wasser und bedroht die Tierwelt.

Nach den Angaben des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (Unep) verfangen sich darin regelmässig sechs Arten von Meeresschildkröten, 51 Arten von Seevögeln und 32 Arten von Meeressäugern, darunter auch Delfine oder Schweinswale. Zum einen können sich die Meeresbewohner in den verlorenen Netzen, Angelleinen, Tauen oder weggeworfenem Kunststoffmaterial wie etwa Plastikbeuteln verheddern, sodass sie sich nicht mehr fortbewegen können und letztlich sterben. Zum anderen fressen sie aber auch das Plastik, wodurch sie dann ersticken oder irgendwann verhungern.

Unverdauliche Kost

Zum Beispiel fressen Meeresschildkröten oft durchsichtige Plastiksäcke, weil sie diese für Quallen halten, die zu ihren Hauptnahrungsquellen gehören. Betroffen ist auch der Eissturmvogel, der die Gewohnheit hat, an Sepiaschalen, also am Innenskelett der Tintenfische, zu picken. Auf diese Weise nimmt der Vogel Kalziumkarbonat auf, das er unter anderem für die Eischalenbildung benötigt. «Statt auf Sepiaschalen hackt er aber oft auf unverdaulichem Plastik herum», sagt Ulrich Claussen vom Fachgebiet Meeresschutz beim deutschen Umweltbundesamt in Dessau-Rosslau. Dies sei fatal, weil der in der Nordsee und im Nordatlantik weit verbreitete Hochseevogel durch die Aufnahme der Plastikteilchen ein Sättigungsgefühl verspüre und nicht mehr genug fresse. Anderseits verschluckt der Eissturmvogel aber auch Bruchstücke von Zahnbürsten, Feuerzeugen oder Schraubdeckeln, wie eine Studie der Universität Kiel ergab.

Die Forscher hatten zusammen mit Kollegen in den Niederlanden 304 verendete Eissturmvögel seziert und fast bei allen der untersuchten Tiere Plastikteile in ihren Mägen gefunden. Häufigste Todesursache war ein Darmverschluss.

In die Nahrungskette

Unter der Einwirkung von Sonne, Gezeiten, Wind und Wellen werden die ins Meer geworfenen Dinge aus Kunststoff immer kleiner und kleiner. «Solche winzigen Partikel sind weiterhin eine Gefahr für die Umwelt, weil sie aufgrund ihrer Grösse Schadstoffe gut anlagern können», sagt Experte Claussen. «Werden sie von kleinen Organismen gefressen, kommen die kontaminierten Teilchen in die Nahrungskette und somit auch in grössere Tiere wie beispielsweise Fische.» Die Partikel können auf diese Weise auch in den Menschen gelangen.

Besonders hoch ist die Dichte an Plastikmüll dort, wo Meeresströmungen starke Wirbel im Ozean verursachen und den Abfall ähnlich einem Badewannenabfluss im Kreis rotieren lassen. Im Zeitraum von mehreren Jahrzehnten hat sich etwa im Nordpazifik ein solches Karussell aus Abfällen gebildet. Es zirkuliert mehr als 500 Seemeilen vor der Westküste der USA und ist mittlerweile doppelt so gross wie der US-Bundesstaat Texas.

Schwimmendes Wohnzimmer

Vor ein paar Wochen gab die Organisation Sea Education Association (SEA) bei einem Treffen von Meeresforschern in Portland in den USA bekannt, dass sie im Atlantik, nördlich der karibischen Inseln, eine weitere riesige Müllhalde gefunden habe. Dort würden bis zu 200 000 Plastikstücke pro Quadratkilometer auf dem Wasser treiben.

«Es ist erschreckend, was alles an Abfall im Meer landet», sagt Lars Gutow vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven, der während seiner Forschungsarbeiten im Mittelmeer schon auf halbe Wohnzimmereinrichtungen wie etwa Sofas gestossen ist. Normalerweise hole er aber vor allem Joghurtbecher, Plastikbehälter und kaputte Fischernetze aus dem Wasser.

In andere Meere driften

Eigentlich sucht der Meeresbiologe nach Insekten, Austern, Asseln oder Krustentieren, die auf Treibgut aller Art leben. Das heisst auf Holz und Algen, zunehmend aber auch auf Plastikmüll. Dabei hat er festgestellt, dass sich eine bestimmte Art von Asseln, die sogenannte Idotea metallica, bereits auf Kunststoffabfälle spezialisiert hat. Der kleine, metallisch schimmernde Krebs sei geradezu ein Plastik-Junkie, weil er fast überall auf dem Abfall hocke, den er als Transportvehikel nutze.

Obwohl diese bis zu zwei Zentimeter lange Assel ursprünglich in warmen Gewässern wie dem Mittelmeer beheimatet ist, kommt sie nun verstärkt auch in der Nordsee vor, die in den vergangenen Jahrzehnten wärmer geworden ist. Zum Glück verdränge sie aber die heimischen Asseln nicht, sagt Lars Gutow. Allerdings wisse man noch nicht, ob dies auch in anderen Regionen so sei. Immerhin könne man mit dem besonders haltbaren Material, quasi wie mit einem Taxi, durch Winde und Strömungen im Meer leider auch in ganz neue Gewässer driften.

Durchbruch gelang 1907

Der Dokumentarfilm «Plastic Planet» zeigt mögliche Umweltrisiken durch das billige, aus Erdöl und Erdgas chemisch hergestellte Material und macht deutlich, wie verschwenderisch die heutige Gesellschaft damit umgeht. Wie Familien rund um den Globus immer mehr Habseligkeiten aus Kunststoff in ihren Häusern horten, ohne es überhaupt gross zu bemerken.

Doch das war nicht immer so. Einst war die Erde frei von solchen aus grosstechnischen Abfallprodukten hergestellten Konsumgütern. Der Durchbruch ins Plastikzeitalter gelang dann dem belgischen Chemiker Leo Baekeland. Er stellte 1907 den ersten vollkommen synthetisch erzeugten Kunststoff her. Der ursprünglich aus einer einfachen Schuhmacherfamilie stammende Forscher läutete mit seinem hitzebeständigen, bruchfesten und chemisch stabilen Stoff Bakelit eine völlig neue Ära ein.

Für Regisseur Boote, dessen Grossvater einst selbst Geschäftsführer einer Kunststoff produzierenden Firma war und der viele schöne Geschenke aus Plastik bekam, ist klar, dass wir nach der Steinzeit, der Bronze- und Eisenzeit heute in der Plastikzeit leben. Und dass wir somit alle Kinder des Plastikzeitalters seien.

* Der Film «Plastic Planet» von Werner Boote kommt morgen in die Kinos. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 31.03.2010, 06:57 Uhr

Montag, Februar 22, 2010

Oil may be there, but bringing it to market is another matter

The Times
February 18, 2010
Oil may be there, but bringing it to market is another matter
Robin Pagnamenta: analysis

Billions of barrels of oil may lie trapped in the rocks deep beneath the ocean floor of the South Atlantic, but finding them and bringing them to market is likely to be a big struggle — vastly expensive and fraught with political complications.

A study by the British Geological Society suggested that the region could contain up to 60 billion barrels of oil — a similar-sized deposit to the North Sea. But such figures may give little sense of how much is recoverable using existing technology.

No drilling has been carried out in the Falklands since 1998, when Shell and Lasmo drilled six wells in an area to the north of the islands, not far from where the current drilling programme is set to start next week. Traces of crude were discovered in all but one of the wells — where gas was found instead — but the following year the global price of oil fell to $10 per barrel, ending the commercial logic of further exploration.

Since then there has been much speculation about the prospects of oil in the Falklands but little real activity on the ground — that is until last year when Desire Petroleum, a small, independent oil explorer, announced that it had contracted a rig and planned to tow it to the Falklands from the North Sea for a drilling campaign this year. Three other similar-sized companies are planning to share the £250 million costs of the campaign, which is due to start in a few day’s time.

The drilling site lies in relatively shallow waters about 400 metres (1,300ft) deep and between 30 and 60 miles north of the islands.

Two of the other companies, Falkland Oil and Gas and Borders & Southern, are prospecting in another region that lies to the south of the islands in deeper and more challenging waters up to 1,200m (3,900ft) deep. There is a reasonable chance that at least one of....


The Times
February 18, 2010
Oil may be there, but bringing it to market is another matter
Robin Pagnamenta: analysis

Billions of barrels of oil may lie trapped in the rocks deep beneath the ocean floor of the South Atlantic, but finding them and bringing them to market is likely to be a big struggle — vastly expensive and fraught with political complications.

A study by the British Geological Society suggested that the region could contain up to 60 billion barrels of oil — a similar-sized deposit to the North Sea. But such figures may give little sense of how much is recoverable using existing technology.

No drilling has been carried out in the Falklands since 1998, when Shell and Lasmo drilled six wells in an area to the north of the islands, not far from where the current drilling programme is set to start next week. Traces of crude were discovered in all but one of the wells — where gas was found instead — but the following year the global price of oil fell to $10 per barrel, ending the commercial logic of further exploration.

Since then there has been much speculation about the prospects of oil in the Falklands but little real activity on the ground — that is until last year when Desire Petroleum, a small, independent oil explorer, announced that it had contracted a rig and planned to tow it to the Falklands from the North Sea for a drilling campaign this year. Three other similar-sized companies are planning to share the £250 million costs of the campaign, which is due to start in a few day’s time.

The drilling site lies in relatively shallow waters about 400 metres (1,300ft) deep and between 30 and 60 miles north of the islands.

Two of the other companies, Falkland Oil and Gas and Borders & Southern, are prospecting in another region that lies to the south of the islands in deeper and more challenging waters up to 1,200m (3,900ft) deep. There is a reasonable chance that at least one of the companies will find oil — but whether it is found in commercial quantities is less clear.

The Falklands are so remote that any oil discovery would need to be large to justify the multibillion- pound costs of building pipelines, export terminals and other infrastructure. Then there are the political obstacles with Argentina, which are likely to deter industry giants such as BP, Shell and Exxon. Until a resolution with Argentina can be reached over who owns the oil, they are likely to remain sceptical.

In the meantime, Desire claims to have been unaffected by Argentina’s sabre-rattling. It shipped a full set of spares and replacement parts to the Falklands before drilling begins to minimise any delays in the event of technical or political problems.

Mittwoch, Februar 17, 2010

BBC: Oil Crunch just five years away

BBC Online
By Shanaz Musafer
Business reporter, BBC News

Business leaders, including Sir Richard Branson, have criticised ministers for not doing enough to avoid a potential oil crunch and are calling on the next government to take action.

"Governments need to urgently, urgently wake up," insists Sir Richard in an interview with the BBC News website.

His Virgin Group is one of six companies that have formed a coalition called the UK Industry Taskforce on Peak Oil and Energy Security.

The taskforce - made up of engineering group Arup, architects Foster and Partners, Scottish and Southern Energy, Solar Century and Stagecoach, as well as Virgin - has launched its second report looking at the oil crunch, just months before the next general election.

It warns that Britain is unprepared for the oil shortages and price volatility that it predicts will become a reality in the next five years.

As a result, British businesses and consumers will face higher travel costs, increased food prices and higher utility bills.

Targets

The taskforce hopes that the new government will heed its warnings and seek to reduce the UK's dependence on oil.

"If somebody had been able to warn the world.....


Oil crunch 'just five years away'
BBC Online
By Shanaz Musafer
Business reporter, BBC News

Business leaders, including Sir Richard Branson, have criticised ministers for not doing enough to avoid a potential oil crunch and are calling on the next government to take action.

"Governments need to urgently, urgently wake up," insists Sir Richard in an interview with the BBC News website.

His Virgin Group is one of six companies that have formed a coalition called the UK Industry Taskforce on Peak Oil and Energy Security.

The taskforce - made up of engineering group Arup, architects Foster and Partners, Scottish and Southern Energy, Solar Century and Stagecoach, as well as Virgin - has launched its second report looking at the oil crunch, just months before the next general election.

It warns that Britain is unprepared for the oil shortages and price volatility that it predicts will become a reality in the next five years.

As a result, British businesses and consumers will face higher travel costs, increased food prices and higher utility bills.

Targets

The taskforce hopes that the new government will heed its warnings and seek to reduce the UK's dependence on oil.

"If somebody had been able to warn the world five years before the credit crunch, the credit crunch could have been avoided. The same thing could be said for the oil crunch," says Sir Richard, whose airline and train companies are affected by volatility in the oil price.

"We suggest there should be a workforce for government and industry to work [together] on addressing this problem.

"We have to move from coal and oil to gas and nuclear. We need to move our cars from oil-consuming cars to electric cars and clean-fuel cars."

He even suggests that targets should be set for the car industry: "The government should say, 'For 2020 there should be no more oil cars running in this country and for 2015 no new cars can be sold using oil,' just to force people to move over to clean energy."

'Peak oil'

The group believes that "peak oil" - the point where global oil production reaches its highest practicable rate - will occur in the next decade, potentially by 2015, with production levels of 95 million barrels per day. In 2008, 85 million barrels per day were produced.

Once peak oil is reached, experts are divided as to whether oil production will then plateau or decline. The taskforce believes it will decline and with demand for oil in developing countries increasing, that would lead to potential shortages in supply and thus rising prices.

Oil is currently trading at about $75 a barrel but is predicted to rise above $100 by 2014-15.

"The days of cheap and easy oil in the quantities that the world needs it are over," warns Ian Marchant, chief executive of Scottish and Southern Energy.

But how much sway does the group have? Mr Marchant admits that the response it got to its first report, released in October 2008, was "lukewarm at best".

That was largely because its release coincided with the credit crunch, says Arup chairman Philip Dilley. "I think because of that [the report] got lost a little bit," he says.

'Breathing space'

But the drop in demand for oil, in the West at least, brought on by the credit crunch, pushed back the group's forecast for when peak oil will occur.

"The recession bought us two years of time. So it bought us a little breathing space," Mr Dilley says.

However, even if demand in the West falls, the real concern is about increased demand in developing countries.

If the economies of emerging countries continue to grow at the rate they are, demand for oil will far outstrip supply.

Mitigating risks

The government has denied that it is ignoring the issue but said it was unsure as to when peak oil may occur.

"We don't have a firm view on what the future holds for oil supply and demand but we do recognise the risks," Chris Barton from the Department of Energy and Climate Change (DECC) responded.

"We are taking action to mitigate those risks and we plan to do more."

But one member of the taskforce at least would like to see more.

One of the things highlighted in the report is the fact that a rising oil price would lead to higher transport costs, food prices and energy bills, and the poorest in society would be the ones who feel it the most.

Brian Souter, chief executive of Stagecoach, says: "I think we could do with a more radical approach to this from all the political parties. I think we should take the poor out of the lower rate of [income] tax altogether and move to a carbon tax."

The report was welcomed by Friends of the Earth.

"Ministers must take this warning seriously and wean the UK off its addiction to oil - because ordinary people will experience the withdrawal symptoms when the wells run dry," the organisation's executive director Andy Atkins said.

"The government has been dithering for too long. We need bold political action to rapidly build a safe, clean and prosperous future for us all."

One thing is for sure - whoever emerges triumphant from this year's general election will be under pressure to address the issue of oil supply.
Story from BBC NEWS:

Published: 2010/02/11 00:02:00 GMT

© BBC MMX

Donnerstag, Februar 04, 2010

Russia comes to the rescue as Norwegian gas supplies to Britain falter

Russia comes to the rescue as Norwegian gas supplies to Britain falter

Energy users' watchdog says UK lucky to escape gas shortages

Russia rescued British energy consumers by ensuring a steady flow of gas into the power network as supplies from Norway faltered during the cold weather, industry customers users said today.

As the National Grid warned of a "high" possibility of shortages in the north-east and south-west owing to another cold snap, the Major Energy Users' Council said Britain had been lucky to survive without shortages. Eddie Proffitt, chairman of the council's gas group, said: "The [British] gas industry has coped very well but we have been lucky. It would have been desperate if we had seen the kind of disputes between Russia and Ukraine that have reduced gas flows on the continent in the past two or three Januaries."

Politicians said four "gas balancing alerts" – warnings of pending shortages – in the space of a week meant it was time Britain reviewed its whole energy policy.

"This winter has shown the system we have devised does not....



Russia comes to the rescue as Norwegian gas supplies to Britain falter

Energy users' watchdog says UK lucky to escape gas shortages

Russia rescued British energy consumers by ensuring a steady flow of gas into the power network as supplies from Norway faltered during the cold weather, industry customers users said today.

As the National Grid warned of a "high" possibility of shortages in the north-east and south-west owing to another cold snap, the Major Energy Users' Council said Britain had been lucky to survive without shortages. Eddie Proffitt, chairman of the council's gas group, said: "The [British] gas industry has coped very well but we have been lucky. It would have been desperate if we had seen the kind of disputes between Russia and Ukraine that have reduced gas flows on the continent in the past two or three Januaries."

Politicians said four "gas balancing alerts" – warnings of pending shortages – in the space of a week meant it was time Britain reviewed its whole energy policy.

"This winter has shown the system we have devised does not have the resilience it should have. It runs on a 'just-in-time' principle which has economic benefits when it works but risks ending up in a 'just-too-late' if all goes wrong," said John Hemming, MP for Birmingham Yardley.

"If the Russians had hit the kind of problems with its neighbours seen in previous years then we would have toppled off the knife edge we have been sitting on with our gas supplies."

The disruptions to supplies from Norway – normally seen as highly reliable – left Britain importing gas through the interconnector pipeline which runs from Zeebrugge in Belgium to Bacton in north Norfolk. In previous years shortages from Siberia have led German and Dutch suppliers to halt gas exports to Britain.

The National Grid admitted that much of the stress in the gas supply system had been caused by technical problems on Norwegian fields such as Ormen Lange and Troll but said everything was back to normal. A Grid spokeswoman insisted the gas alerts had worked as they were expected to: drawing new supplies from other sources, such as liquefied natural gas on board vessels and the continent. She declined to comment on what would have happened if Russian gas had not been flowing normally.

The Major Energy Users' Council also had serious concerns that changes to the regulatory regime next year could make the situation worse. Proffitt said there were 1,250 customers around Britain on "interruptible" gas contracts, but this number would fall to 27 by October 2011 when new Ofgem regulations come into force. "Some of our members are very concerned about this because they fear a supply shortage could lead to demands that sites lose their gas. Many of those who choose to have interruptible contracts have back-up power sources such as diesel-fired generators," he said.

Nearly 100 customers had their power cut at one stage last week, including the Vauxhall car plant at Ellesmere Port on Merseyside. National Grid said none were cut off today though its website earlier in the day had said that there was a high risk of interruptions in the north-east and south-west. This eased off later.

http://www.guardian.co.uk/business/2010/jan/13/russia-aids-gas-uk-gas-supply